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26.04.2008 - Indien - Der Norden  Verfasst: Dienstag, den 22. April 2008 07:39

Indien - das ist ein Land, das nur schwer in Worte zu fassen ist. Bisher waren wir nur in Nordindien, in Rajasthan, Agra, Delhi und Mumbai (Mumbai liegt so an der renze zwischen Nord und Sued). Der Sueden soll nochmal komplett anders sein, wie ein voellig anderes Land. Wir werden sehen. Dieser Eintrag beschraenkt sich jedenfalls auf unsere Eindruecke im Norden.

Wir sind hin-und hergerissen zwischen einem faszinierten "WOW" und dem Gefuehl von all den verschiedenen Eindruecken erschlagen zu werden. Bisher war Indien fuer uns ein Land, dass man mit allen Sinnen erlebt, ob man will oder nicht. Nur um ein paar Beispiele zu nennen:

Die Gerueche: sie wechseln alle paar Meter: Curry und diverse andere Essensgerueche, dann wieder Kuhscheisse,. Blumen, dann wieder Urin, Raeucherstaebchen, Muell und Kloake,...

Die Klaenge, die alle beinahe gleichzeitig auf einen eindringen: das verspielte Laeuten der Gloeckchen an den Fusskettchen der Frauen, wildes Hupen, das Gebimmel und/oder der Gesang aus einem Hindu-Tempel, zugleich die Rufe des Muezzin, das rhythmische Klopfen der Waescherinnen, die an den Seen und Fluessen den Schmutz aus der Waesche schlagen, Hundegebell, Rufe von Haendlern und Taxifahrern:  "Madam, Madam, Sir, Sir, Taxi, Taxi, only look, look my shop" und vieles mehr.

Ganz zu schweigen natuerlich von all den Reizen fuer unsere Augen: knallbunte Saris, wo das Auge hinblickt, Turbane und diverse andere Kopfbedeckungen (je nach Religion) in  den verschiedensten Farben und Formen, Hunde, etliche Kuehe, aber auch Ziegen, Kamele, Elefanten, Affen, Pfauen, Autos, Mopeds, Pferdekutschen, Ochsenkarren, Kamelwaegen, Gewuerze, Bettler und natuerlich Muell, Muell, Muell.

Es ist einfach unglaublich und wirklich nur schwer in Worte zu fassen. Ein Land, das in der Zeit stehen gebleiben zu sein scheint (all die modernen Computer-Inder etc. sind eher im Sueden Indiens anzutreffen. Ueberhaupt gibt es ein extremes Nord-Sued-Gefaelle). Man hat kein Problem damit, sich vorzustellen, in welchem Prunk und Protz die Maharajas gelebt haben. Die islamischen Einfluesse vor allem in der Architektur und im Zusammenspiel mit den bunt und verfuehrerisch verschleierten Frauen lassen maerchenhafte Bilder ganz im Sinne von 1001 Nacht in einem aufsteigen. Zugleich ist die Armut wirklich erschreckend (allein in Mumbai leben ueber 50% der Menschen in Slums), es ist dreckig und stinkt, die sanitaeren Einrichtungen sind ein Kapitel fuer sich,...

Neben Hindi und Englisch gibt es noch 17 gleichberechtigte Amtssprachen in Indien, die verschiedensten Religionen muessen sich arrangieren, manchmal fuehlt man sich wie in einem einzigen rieseigen bunten und lauten Chaos.....

Ein Land der Sinne, der Gegensaetze und Extreme. Mehr darueber gibts dann fuer Interessierte, wenn wir wieder daheim sind, das wuerde hier sonst den Rahmen sprengen.

Hier ein paar typische, alltaegliche indische Bilder:

 

 

 

(Gemuesemarkt)

 

 

 

 

 

 

 

 

(zum Teil werden hier richtig schwere Lasten auf den Koepfen transpoertiert. In den Doerfern muessen die Frauen oft noch weite Strecken zuruecklegen, um zur naechsten Wasserquelle zu kommen.)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Eine Zuckerrohrpresse. Davon gibt es etliche in Mumbai. Hier wird der suesse Saft aus dem Zuckerrohr gepresst und dann als Getraenk verkauft. Sehr beliebt bei den Indern, uns ein bisschen zuuu suess.)

 

 

 

 

 

 

 

 

(man kann hier kaum 10 Meter laufen ohne dass ein bis fuenf Kuehe im Weg liegen oder stehen oder an einem vorbeilaufen. Man gewoehnt sich dran)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Elefanten im Stadtverkehr)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Zucker aus Zuckerrohr)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Viel Chilli und ein bisschen Curry)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Die Ernte wird verpackt.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hier gehts manchmal schon ganz schoen zu.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Essensstaende auf der Strasse)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Blumenverkaeuferinnen. Die Blumen werden als Opfergaben den Goettern dargebracht.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Die bunten Puelverchen werden mit Wasser gemischt und dann hat man Wasserfarben zum Malen und sonstigem.)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Schneider)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Der hier schneidert gerade eine Hose fuer mich.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Bei Bau- und Strassenarbeiten fuellen die Frauen diese Schalen hier mit Geroell oder Steinbrocken und tragen sie weg. Ziemlich muehselig und langwierig und natuerlich ein Knochenjob fuer die Frauen.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Nicht so haeufig, aber doch ab und zu sieht man auch die Maenner mal was tragen.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Das hier sieht man auch recht haeufig: Das sind Kuhfladen, die von den Frauen oder auch Kindern, mit der blossen Hand eingesammelt und dann zum Trocknen in der Sonne ausgelegt werden. Die getrockneten Fladen dienen dann als Brennmaterial fuer all die, die kein Gas oder aehnliches haben.)

 

 

 

 

 

   

Als wir in Indien angekommen sind fuehlten wir uns nach dem ruhigen und gruenen Neuseeland erstmal wie ausgespuckt auf einen anderen Planeten.

Bereits im Flieger hatten wir bemerkt, dass wir unseren Reisefuehrer in Sydney auf dem Flughafen vergessen haben. Also standen wir nun in Mumbai (Bombay) erstmal ziemlich planlos am Flughafen - keine Ahnung wohin.

Wir haben aber schnell ein paar andere Touristen ausgemacht, bei denen wir mal ins Buch schauen durften - also alles kein Problem.

In Mumbai selbst haben wir dann in einer kleinen Absteige eher gehaust als gewohnt, aber auch in dieser Hinsicht sind wir ja inzwischen abgehaertet.

Noch in der ersten Nacht ging grosses Gejubel und Gegroehle auf den Strassen los und am naechsten Tag wussten wir dann auch warum: Wir sind genau in das grosse ud bunte indische Fruehlingsfest "Holi" hineingestolpert. An Holi bewerfen und beschmieren sich die Inder gegenseitig mit Farbe und freuen sich. Auch wir wurden natuerlich nicht verschont:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch am selben Tag wurden wir von den Leuten in unserem Guesthouse gefragt, ob wir denn Lust haetten als Statisten in einem Bollywoodfilm mitzuspielen, wir wuerden auch jeder 500,- Rupien (ca. 8,- Euro (hier ist das viel Geld)) bekommen. Da haben wir natuerlich nicht nein gesagt.

Das Problem war allerdings, dass wir am naechsten Morgen auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt von einem anderen Scout aufgehalten wurden, der ebenfalls westlich aussehende Statisten suchte. Wir zeigten ihm die Visitenkarte, die wir bekommen hatten und er meinte "jaja, alles das Gleiche" und wir sollten bei ihm mitkommen. Letztendlich haben wir dann leider unseren Bollywoodfilm verpasst und sind bei einem pakistanischen Werbespot fuer Lipton Ice gelandet .

Zwar nicht Bollywood, aber auch ganz lustig. Wir mussten ganz haessliche Klamotten anziehen und dann einfach nur Touristen am Flughafen darstellen (das koennen wir ja inzwischen):

 

(Wir am Filmset in Indien)

 

 

 

 

 

Von Mumbai aus haben wir dann auch endlich unsere ganzen warmen und dicken Klamotten nach Hause geschickt, denn hier brauchen wir sie bestimmt nicht mehr. Auch ein Paeckchen zu verschicken ist in Indien ein Erlebnis fuer sich. Zunaechst einmal muss man zum Schneider oder einem extra Parcel-Service, der einem die Sachen in Stoff einnaeht (ja, das muss hier sein). Danach wird das Ganze dann noch mit Siegelwachs versiegelt, ansonsten wird das Paeckchen nicht angenommen. Das Alles kann natuerlich eine ganze Weile dauern, aber es sieht toll aus. Ein Paeckchen wie aus dem Mittelalter.

 

 

(Zunaechst wird alles eingenaeht)

 

 

 

 

 

 

 

(und dann versiegelt.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ein paar Tagen Mumbai hatten wir genug von der Grossstadt und sind in einer 19-stuendigen Busfahrt weitergeduest in den Norden, nach Udaipur in Rajasthan.

Hier hatten wir ein tolles Zimmer, in dem man sich gefuehlt hat wie der Maharaja hoechstpersoenlich:

 

(Ess- und Chillbereich in unserem Zimmer.)

 

 

Von hier aus konten wir direkt auf den See schauen und den Frauen zusehen, die auf der anderen Seite des Ufers Waesche waschen und schlagen.

 

 


 

 

 

 

 

 

Die meisten Guesthouses haben hier gemuetliche Rooftop-Restaurants, wie unseres hier:

 

 

 

 

 

Udaipur ist ein ziemlich schoenes, kleines und relxtes Staedtchen, in dem es sich gut ein paar Tage aushalten laesst. Allerdings gibt es  nicht viel mehr zu tun, als das indsche Leben auf den Strassen zu beobachten und in sich aufzusaugen.

 

 

Von Udaipur ging es weiter nach Jodhpur. Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch ein riesiges Fort, Kumbalgarh, angeschaut. Das Fort ist hauptsaechlich aufgrund seines monstroesen Umfangs interessant. Die Aussenmauern sind 36 km lang und innerhalb der Mauern gibt es ueber 360 Tempel und Palaeste.

 

(Eingang ins Fort)

 

 


Auf der gleichen Strecke liegen auch die Tempelanlagen von Ranakpur. Der Haupttempel heisst Chaumukha (Tempel der vier Seiten/Gesichter) und ist der absolute Hammer. Er wurde 1439 erbaut und ist komplett aus weissem Marmor. Im Inneren befinden sich 1444 Säulen und 29 hallenartige Raeume, die alle unterschiedlich verziert sind. Keine Saeule gibt es doppelt. Der Tempel ist noch sehr gut erhalten und wird auch immernoch zu rituellen Handlungen genutzt. Es ist ein Jain-Tempel (die Jainas sind eine religioese Gruppierung, die einige Gemeinsamkeiten mit Buddhisten und Hindus aufweist), der als Hauptwerk der jainistischen Architektur in Indien gilt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Alles aus weissem Marmor. Keine Saeule ist wie die andere.)

 

 

 

 

 

 

 

(Deckenverzierung aus einem einzigen Stueck Marmor. (Das Teil ist ziemlich gross.))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Die Leiste ganz unten: Kamasutra darf natuerlich auch nicht fehlen.)

 

 

 

 

 

In Jodhpur selbst hat es uns nicht so gut gefallen. Die Stadt ist ziemlich gross und hat nicht besonders viel Charme.

Trotzdem hatten wir hier eine tolle Zeit, vor allem, weil wir bei einer indischen Familie zum Abendessen eingeladen waren. Wir haben mal wieder ein Paeckchen nach Hause geschickt und sassen mal wieder eine ganze Weile beim Mann vom Parcel-Service und haben Chai (Tee) getrunken. Nach einer Weile meinte er (er hiess Suraj) dann, dass er uns so nett findet, dass er uns gerne zu seiner Familie zum Essen einladen wuerde.

Leider gibt es hiervon keine Fotos, da unser Akku leer gegangen ist und wir keinen zweiten dabei hatten.

Das einzige Bild, dass wir haben ist wie Suraj unsere Paeckchen versiegelt:

 

 

 

 

 Das war eine wirklich interessante Erfahrung, vor allem in Hinblick auf die Mann-Frau-Beziehung in einer typischen, sogar eher aufgeklaerten (aufgrund vieler Touristenkontakte) indischen Familie (wohl untere Mittelschicht).

Mit mir hat der Suraj genauso geredt wie mit dem Basti oder anderen - klar, ich bin ja Touristin und der Suraj hat aufgrund seiner Arbeit genug mit Touristen zu tun, um zu wissen, dass bei uns alles ein bischen anders ist. Als wir dann zu ihm nach Hause kamen, veraenderte sich sein Ton in krasser Weise, sobald er mit seiner Frau oder einer seiner  zwei Toechter geredet hat: herrisch, nur noch Befehle, die kein "Nein" akzeptieren - ziemlich gewoehnungsbeduertfg.

Ich wurde natuerlich zunaechst zu den Frauen und Kindern geschickt, was sich jedoch recht schwierig gestaltete, da diese des Englischen und ich des Hindi nicht maechtig waren.

Nach etwa einer Stunde, in der wir uns gegenseitig beaeugt hatten (mit viel Gekicher und Gegacker auf indischer Seite), und nachdem mir das Kinderzimmer und diverse Fotos gezeigt worden waren, durfte ich mich dann schliesslich doch zu den Maennern gesellen - ganz zum Leidwesen von Surajs wirklich bezaubernder Frau Laxhmi: Die Maenner hatten naemlich inzwischen Bier besorgt (man glaubt es kaum, aber die Hindi hier trinken ziemlich gern und auch nicht wenig),  und da ich als weibliches Wesen natuerlich auch einen weiblichen Trinkpartner zum Anstossen brauche (dieser Meinung war jedenfalls Suraj), musste die arme Laxhmi, obwohl sie gar kein Bier wollte, auch mittrinken. Das zurueckhaltende Kopfschuetteln ihrerseits half nichts, dennn der Mann hats befohlen und Widerrede gibt es nicht!

Leider wird hier nicht wie bei uns gemuetlich getrunken, sondern so schnell wie moeglich aus kleinen Glaesern und erst wenn alle leer sind, wird nachgeschenkt - individuelles Tempo gibt es also nicht. Und die arme Laxhmi meinte bei jedem Glas aufs Neue, sie wolle nicht - aber keine Chance, sie musste (ich dachte mir, wenn ich nicht mehr will, dann muss sie auch nicht mehr. Aber auch mein Nein wurde nun nicht mehr akzeptiert.) Also haben die Laxhmi und ich heimlich unsere Glaeser getauscht, d.h. ich habe ihres UND meines getrunken (heimlich, damit es der Suraj nicht merkt) - von da an hatte sie mich natuerlich tief in ihr Herz geschlossen. Ihre anfaengliche Zurueckhaltung auch mir gegenueber wich einem froehlichen Gekicher und ich wurde geknuddelt und gekuesst und in die Wangen gezwickt  und wenn ich mit ihr in die Kueche giing, durfte ich heimlich aus den vielen Toepfen schnabbulieren (waehrend Bastis Magen knurrte).

Spaeter fand sie dann doch selbst Gefallen am Bier und trank ihr Glas schneller leer als alle anderen, sodass Suraj vermutete, ich haette ihres getrunken, als ich es schon lange nicht mehr tat, was auf unserer Seite (die Frauenseite) natuerlich zu erneutem Gelaechter fuehrte.

So ging es jedenfalls ziemlich lang, bis es um ca. 2.30 endlich in ziemlich geloester Stimmung Abendesen in Huelle und Fuelle  mit den verschiedensten Speisen, sogar fuer die Menschen hier recht teurem Lamm, gab.

Beim Abendessen wurde uns gezeigt, wie man richtig mit den Fingern ist und auch (inzwischen gut alkoholisiert) immer wieder ein bisschen getanzt und vor allem viel gelacht.

Dazwischen hatte der Suraj immer mal wieder leicht schizophrene Anwandlungen, hin- und hergerissen zwischen indischer Tradition und westlicher Lebensweise, sodass auch ich ploetzlich mit herrischer und befehlender Stimme zusammen mit der Laxhmi in die Kueche geschickt wurde (die mir dann heimlich ein bisschen was zum probieren gegeben hat. In der Kueche gab es ausserdem nichts mehr zu tun. Alles war schon laengst fertig.), um nur 2 Minuten spaeter mit ihr gemeinsam wieder zum Trinken beordert zu werden.

Besonders lustig war, als die Laxhni als kleinen Snack noch vor dem Essen eine kleine Schale mit Loeffel und einer Art Curry darin auf den Tisch stellte. Der Suraj meinte zum Basti, er solle probieren und sich nehmen, woraufhin der Basti die ganze Schale genommen hat und angefangen hat sie auszuloeffeln. Eigentlich war das jedoch fuer alle gedacht, um ein bisschen was davon aufs Brot zu tun, nicht in Einem pur auszuloeffeln. Zunaechst haben sich der Suraj und die Laxhmi etwas verwundert angeschaut, dann zu mir geblickt. Ich musste schon grinsen, dann haben auch die anderen zwei zu grinsen angefangen (der Basti hat waehrenddessen genuesslich geschlemmt und nichts mitbekommen). Schliesslich hab ich versucht leise in Bastis Richtung zu zischeln "Basti, Basti, das tut man glaub ich aufs Brot. Nur ein bisschen. Das ist fuer alle."

Daraufhin hat sich der Basti fragend umgeblickt und alle haben angefangen laut zu lachen.

Es gibt noch viel mehr ueber den Abend zu erzaehlen, aber wir wollen Euch ja nicht ueberstrapazieren.

Es war jedenfalls super!!!!!!!!

Da draussen zunaechst ein Sandsturm war, der dann in starken Regen ueberging, konnten wir nicht zu unserem Guesthouse zurueck und haben sogar noch dort uebernachtet (aber das ist eine eigene Geschichte).

 

 

Nach Jodhpur ging es dann wieter nach Jaisalmer. Die Stadt hat ein wunderschoenes Fort und viele Guesthouses befinden sich innerhalb der Fortmauern. Das Fort ist aus gelbem Sandstein, weshalb Jaisalmer auch "Die goldene Stadt" genannt wird,  und abends faerbt sich alles leicht roetlich. Innerhalb des Forts gibt es verschiedene Tempel und lauter kleine Gaesschen und es ist wirklich eine maerchenhafte Kulisse und eine tolle Atmosphaere. Da es hier von Tag zu Tag heisser wird (inzwischen haben wir die 40-Grad-Marke ueberschritten),  sind  kaum  noch Touristen unterwegs, was der Stimmung natuerlich sehr zutraeglich ist.

Viele Touristen machen hier entweder mit dem Jeep oder auf Kamelen eine Wuestentour durch die Wueste Thar. Da die Wueste hier nicht so spektakulaer ist (sie besteht nicht aus einer riesigen Sandduene nach der anderen, sondern ist groesstenteils flach und mit Gestruepp bewachsen.), wollten wir das eigentlich nicht machen. Dann wurde uns aber gesagt, dass in 3 Tagen der Maharaja von Jaisalmer kommt. Das wollten wir natuerlich nicht verpassen und so haben wir die verbleibende Zeit dann doch mit einer Kamelsafari ausgefuellt, was sich durchaus gelohnt hat. Das war mal wieder ein echtes Erlebnis.

 

 

 

Das sind wir mit unseren Kamelen:

 

(Der Basti mit Papu)

 

 

 

 

 

 (Ich mit Raju. Die Streicheleinheiten wurden immer sehr genossen.)

 

(Ja, wir wissen, dass die Turbane total bescheurt aussehen, aber sie sind dann eben doch der beste Schutz gegen Sonne und Sand )

 

Trotz viel Gestruepp kommt man auch immer mal wieder an tollen Sandduenen vorbei, auf denen wir dann auch unter freiem Himmel (mit wahnsinns Sternenhimmel) uebernachtet haben.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Unser Lager fuer die erste Nacht)

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Am Morgen. Der Basti hat deswegen noch sein gesamtes Gesicht vermummt, weil wr am ersten Abend gleich noch einen kleinen Sandsturm hatten und anders nicht an Schlafen zu denken gewesen waere.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Unsere kleine Karawane)

 

 

 

 

 

 

 


(Ab und zu hiess es auch laufen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Bilal, unser Kamelfuehrer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hier wird Chai gekocht)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Beim Aufladen)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hin und wieder kommt man auch mal in einem kleinen Wuestendorf vorbei, was natuerlich die Kinder besonders freut.)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Meine Sonnenbrille war ein echter Renner.)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Zweites Nachtlager)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Da es mittags viel zu heiss wurde, haben wir uns dann ein schattiges Plaetzchen zum Ausruhen gesucht und der Basti hat fleissig Tablas geuebt (in Udaipur hat er schon eine Unterrichtsstunde genommen.))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Als wir von unserer Safari zurueckkamen, war bereits das ganze Fort voller Leute und alles war bereit fuer den Maharaja.

 Es gab eine kleine Prozession runter zum See, in der der Maharaj auf seinem Pferd reitend einer Statue folgt, dieser dann am See huldigt und wieder zurueck reitet. Fuer diesen Anlass tragen die Menschen hier ihre schoensten Gewaender und alles ist bunt, die Leute tragen ebenfalls Opfergaben wie Blumwen und Kokosnuesse zum See und es ist einfach nur phantastisch dem Treiben zuzusehen:

 

 

 

(Prunkvoll geschmueckte Kamele)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Wunderschoen rausgeputzte Maedchen mit Opfergaben.)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Dem Maharaja hinterher auf dem Weg zum See)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Der Maharaja auf seinem Pferd.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um Euch Erklaerungen und Ausfuehrunen zu einzelnen Palaesten und Bauwerken zu ersparen, hier einfach ein paar Bilder der maerchenhaften Architektur aus verschiedenen Orten an denen wir waren. Ein paar sind von Palaesten ein paar aber auch von Stadthaeusern reicher Familien:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Schaukel fuer die Koenigin)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

("Der Palast der Winde" in Jaipur. Er besteht eigentlich nicht aus viel mehr als dieser Front. Wie eine Filmkulisse. Er hat dazu gedient, dass sich die Frauen der koeniglichen Familie  hinter den Fenstern Paraden und aehnliches Treiben auf der Strasse ansehen konnten ohne dabei selbst gesehen zu werden.)

 

Nachdem wir dann noch in Pushker waren, sind wir weiter nach Agra gefahren, um das Taj Mahal zu sehen.

Zuvor haben wir uns allerdings noch "Fatehpur Sikri" angeschaut. Hierbei handelt es sich um die ehemalige Hauptstadt des Mogulreichs unter dem Grossmogul Akbar. Allerdings nur fuer 14 Jahre, da die Wasserversorgung unzureichend war. Heute ist es eine Geisterstadt, in der aber vorallem die Gebaeude in und um den Palast noch sehr gut erhalten sind. Es gibt auch eine ziemlich grosse Moschee, die nach wie vor in Benutzung ist.

 

 

(Eingangstor zur Moschee (54 Meter hoch))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(In der Moschee)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Fenster wie diese sieht man hier viele. Sie sind nicht aus Holz, wie man vermuten koennte, sondern aus Stein.)

 

 

 

 

 

 

 

(Ehemaliges Eingangstor in die Stadt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hier soll Akbar angeblich private Audienzen abgehalten haben und mit jungen Maennern debattiert haben. Hierzu soll er in der Mitte gestanden und an je einem Ende der Bruecke einer der jungen Maenner.)

 

 

 

 

 

 

 

Vom Taj Mahal hatten wir uns nicht allzuviel erwartet. Fotos kennt man zu Genuege und mehr ist eh nicht zu sehen. Um wenigestens die groessten Touristenmassen zu umgehen, haben wir es dann beim 3. Anlauf geschafft bereits um 5.45 Uhr in der Frueh an der Kasse anzustehen (um 6.00 Uhr oeffnet das Taj Mahal).

Es ist kaum zu glauben, aber wir waren diesmal doch tatsaechlich die ersten und damit auch die ersten, die an diesem Tag das Gelaende des Taj betraten.

Zunaechst erreicht man ein Tor:

 

 

 

Durch die kleine Tuer unten sieht man zunaechst nur weiss, dann immer mehr Konturen, bis sich das Taj in seiner vollen Groesse und Schoenheit vor einem erhebt. Dieses kurze Stueck zu gehen war sowas von phantastisch und atemberaubend. Das Taj  hat uns entgegen aller Erwartungen einfach umgehauen.

Die Stimmung war natuerlich besonders schoen, fast unwirklich, da wir zumindest fuer einige Minuten die Einzigen waren.

Wie soll man es beschreiben. Jeder kennt die Bilder, auf denen das alles gar nicht rueberkommt.

Das Taj Mahal ist einfach NUR schoen. Perfekt. Es gibt keine Worte. Wir waren ueber 2 Stunden in der Anlage und haben das Taj bewundert.

Man steht davor und denkt sich nur: "Ja, er hat sie wirklich geliebt."!

Fuer uns war es der Wahnsinn, ein Ort, an den wir jederzeit wieder zurueckkommen wuerden.

 

(Fuer alle, die die Geschichte nicht kennen: Das Taj Mahal liess der damalige Herrscher Shah Jahan als Andenken an seine zweite Frau Mumtaz Mahal erbauen, die bei der Geburt ihres 14. Kindes gestorben ist. Es heisst, er habe sie so sehr geliebt, dass er bei Nachricht ihres Todes ueber Nacht graue Haare bekommen haben soll. Spaeter wurde er von seinem Sohn gestuerzt, der ihn ins Gefaengnis sperren liess, von dessen Kerker Shah Jahan immzu nur noch das Taj Mahal sehen konnte. Heute liegen beide, Mumtaz und Shah Jahan hier begraben und das Taj gilt als schoenste Liebeserklaerung der Welt.)

 

 

(Das vordere Tor durch das man zum Taj kommt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Bei Sonnenaufgang wirkt der sonst strahlend weisse Marmor leicht orange.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Ein bisschen Spass muss sein )

 

 

 

Sonstiges aus Indien:

 

(Der Basti beim Barbier)

 

 

 

 

 

 

 

(Erkennt ihr ihn wieder?)

 

 

 

 

 

 

 

(Beim Shoppen)

 

 

 

 

 

 

 

(Beim "Schlangenbeschwoerer")

 

 

 

Nach Agra sind wir dann noch kurz nach Delhi gefahren, um von hier aus unseren Flug nach Goa zu nehmen.

Und da sind wir nun, liegen am Strand, aalen uns in der Sonne, tuemmeln uns im pisswarmen Meer, essen leckere Fischgerichte und freuen uns auf meinen (Katharinas) Papa und die Harriet, die uns hier in 4 Tagen besuchen kommen.

In diesem Sinne hoffen wir natuerlich, dass es Euch auch gut geht und druecken und kuessen Euch ganz fest.

Bis zum naechsten Mal!

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29.03.2008 - Neuseeland  Verfasst: Freitag, den 28. März 2008 11:36

Da wir in Neuseeland keine Touren oder Aehnliches gemacht haben, wird sich das Abenteuer-Potential dieses Eintrags im Vergleich zu den vorherigen in Grenzen halten. Wir haben hauptsaechlich einfach nur die Ruhe und die Natur genossen.

Nachdem wir unseren kleinen Van beim Neil abgeholt und noch ein paar Tage hier verbracht haben, ging es erstmal nach oben, in den Norden. Hier haben wir uns tolle Straende, Sonne und eine entspannte Zeit in der Waerme erhofft. Leider hatten wir ziemliches Pech mit dem Wetter: Wind, Regen und nur maessige Temperaturen. Deshalb sind wir die erste Zeit etwas planlos von Strand zu Strand gefahren, in der Hoffnung, dass sich die Sonne doch mal ein bisschen laenger blicken laesst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Cathedral Cove. Hier gibt es einige schoene Felsformationen in karibisch anmutendem tuerkisen Meer. HIer hatten wir auch mal einen Tag mit Sonnenschein.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Davor waren wir noch am Hot Water Beach. Hier gibt es natuerliche heisse Quellen und man kann sich direkt am Strand mit einer Schaufel ein Loch in den Sand buddeln und in dem heissen Wasser entspannen.

 

Da es mit Sommer, Sonne, Strand und Meer nichts zu werden schien, haben wir uns dazu entschlossen noch weiter in den Norden, den "winterless north" zu fahren und zunaechst den alten Kauri-Wald von Waipoua zu besuchen.

Schon die Fahrt dorthin war einmalig schoen. Die Vegetation wurde immer tropischer und alles war nur noch gruen, unterbrochen von diversen Wasserfaellen und die Gegend ist so gut wie menschenleer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kauris sind zwar weder die hoechste noch die dickste Baumart, zaehlen aber dennoch zu den groessten Baeumen, da der Stamm bis zur Spitze kaum schmaler wird.

 

 

 

 

 

(Das hier waren urspruenglich zwei Kauris, die nebenaeinander gewachsen sind. Als sie jedoch immer groesser wurden, gab es nicht mehr genug Platz und so haben sie sich dazu entschlossen einfach zusammenzuwachsen )

 

 

 

 

(Das ist der 1200 Jahre alte "Tane Mahuta" (Gott des Waldes). Mit einem Durchmesser von 6 m und einer Hoehe von 18 m ist er der maechtigsta Baum Neuseelands. Seht Ihr den Basti ganz klein da unten?)

 

 

Dank des Sonne-Regen-Mixes hatten wir hier immer wieder fantastische Regenboegen:

 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es dann zum 90 Mile Beach (der eigentlich nur 64 Meilen lang ist).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er ist offiziell Teil des staatlichen Highway-Netzes, allerdings nur bei Ebbe zu befahren und schon einige haben hier ihr Auto an die Fluten verloren, da Nicht-4-Wheeler immer wieder stecken bleiben und auch hier kaum Menschen leben, d.h. alle Abschleppdienste zu weit entfernt sind, um noch vor der Flut ainzutreffen. Wir haben es mit unserem kleinen Van (Baujahr 88, 308000 km und ziemlich verrostet) trotzdem probiert und sind ein Stueck auf dem sandigen Highway gefahren. Es ist auch alles gut gegangen .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hin und wieder hatten wir auch ein bisschen Sonne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es dann zum Cape Reinga, dem noerdlichsten Punkt Neuseelands. Hier prallen die Wellen der Tasmansee und des Pazifiks aufeinander, was aussieht wie ein schaeumendes Durcheinander mitten auf dem Meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Leuchtturm)

 

 

 

Danach ging es dann wieder nach unten in den Sueden und Richtung Rotorua im Zentrum der Nordinsel.

Auch hier war schon allein die mehrtaegige Fahrt dorthin ein Naturerlebnis fuer sich mit wunderschoenen Wasserfaellen und Straenden und ....

 

 

 

(Die Rainbow Falls auf dem Weg nach Rotorua)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In und um Rotorua selbst gibt es unzaehlige vulkanische Aktivitaeten und geothermale Gebiete. Wenn man in Rotorua ankommt, wundert man sich zunaechst einmal ueber den seltsam fauligen Geruch, bis einem klar wird, dass das der Schwefelgestank ist, der stets ueber der Stadt und ihrer Umgebung liegt. Ueberall raucht und zischt und blubbert es.

 

 

 

 

 

("Artist's Palette" in Wai-O-Tapu  (Wai = Wasser, O = Ort, Tapu = verboten) in der Naehe von Rotorua. Dieses Becken hat in echt in den verschiedensten Farben geleuchtet, was auf den Fotos leider nicht so gut rueber kommt, da wir keine Sonne hatten. Die verschiedenen Farben entstehen  durch die im vulkanischen Gestein enthaltenen Sulfide und Oxide, die am Seegrund reflektiert das Wasser bunt erscheinen lassen:

Gruen - Arsensulfide, Gelb - Schwefel, Orange - Antimonsulfide, Purpur - Mangan, Weiss - Sliziumoxid, Schwarz - Kohlestoff, Rot - Eisenoxid;)

 

 

 

 

 

 (Schwefel)

 

 

Das Gebiet von Wai-O-Tapu war riessig (und ist nur eines von vielen hier). Ueberall zischt es, raucht es, brodelt es, schmatzt es und vor allem: stinkt es bestialisch nach verfaulten Eiern, als waere man in der Hoelle selbst gelandet. Ich bin ja relativ unempfindlich, aber hier war es so extrem, dass es mich manchmal echt gewuergt hat, vor allem, wenn ich mal wieder direkt in eine Schwefelwolke geraten bin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

("Devil's bath" war in echt so knall-neon-gelb wie ein Textmarker.)

 

 

 

 

 

(kochender, schmatzender Sclammtuempel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend haben wir dann auch noch einen Maori und einen Kiwi kennengelernt, die uns nachts zu einem warmen Fluss gefuehrt haben, in dem wir dann noch gebadet haben.

 

 

Eine Sache, die uns in Neuseeland besonders begeistert hat, sind die vielen wirklich glasklaren und tuerkisblauen Seen und Fluesse, bei denen man noch an den tiefsten Stellen jeden Stein am Grund erkennen kann:

 

 

 (Waikato River in der Naehe von Taupo, ebenfalls im Zentrum der Nordinsel)

 

 

 

 

 

 

 

(Die Stromschnellen der Huka Falls in der Naehe von Taupo.)

 

 

 

 

 

 

(Huka Falls)

 

 

 

 

 

 

Hier in der Naehe gab es auch eine Farm mit Suesswassergarnelen - da haben wir es uns natuerlich nicht entgehen lassen ein paar mitzunehmen und am Abend in die Pfanne zu schmeissen (lustigerweise sind die im rohen Zustand blau).

 

 

 

 

 

 

Danach machten wir uns dann auf den Weg nach Wellington, um die Faehre auf die Suedinsel zu nehmen. Ein paar Impressionen der Fahrt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(gigantisch schoener Sonnenuntergang)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(darf natuerlich nicht fehlen )

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg war auch weiter als gedacht. Wir mussten unter anderem durch

 

 

 

 

 

 

 

und

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Marae (Versammlungshaeuser der Maori))

 

 

 

 

 

 

 

 

(Blick auf Wellington von der Faehre nach Picton.)

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Suedinsel hatten wir dann ploetzlich unglaublich viel Glueck mit dem Wetter: fast duirchgehend Sonnenschein - sogar an der Westkueste, an der es fast immer regnet und in Milford Sound (zweit-regenreichster Ort der Welt mit durchschnittlich 220 Regentagen im Jahr und einer durchschnittlichen Niederschlagshoehe von 7 Metern im Jahr. Der meiste Regen faellt im Januar und Februar (also als wir da waren).

 

Auf der Suedinsel haben wir uns zunaechst einmal auf den Weg ganz nach oben, zum Abel Tasman National Park gemacht. Hier gibt es traumhafte, suedseeartige, einsame Straende umgeben von dichtem Dschungel.

 

 

(Golden Beach)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als nachtraegliches Geburtstagsgeschenk haben wir dem Basti schon auf der Nordinsel eine Angel gekauft, mit der er immer mal wieder sein Glueck versucht hat:

 

 

 

(Der war ein bisschen klein, also haben wir ihn zurueck ins Wasser getan.)

 

 

 

 

 

 

 

(Schon besser. Den haben wir am Abend dann auch gleich auf den Grill geschmissen. Mmmmhhhhhhh lecker der Snapper)

 

 

 

 

 

 

 

Ich habs auch mal probiert, sogar im Superwoman-Umhang,

 

 

 

 

hatte aber trotzdem kein Glueck. Dafuer hab ich uns dann Muscheln fuers Abendessen im Meer gesammelt, die auch superlecker waren.

 

 

 

 

 

Weiter ging es dann zum Kahurangi National Park an der Westkueste. Auch hier gab es wieder schoene Straende,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aber auch dunkle Hoehlen, die es zu erkunden galt

 

 

 

 

 

 

 

 

und den "Mirror Lane", fuer den sich niemand interessiert hat, obwohl sich hier alles total schoen im Wasser spiegelt,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ausserdem auch noch einen Fluss mit seltsamer rotbrauner Farbe. Das sah fast aus wie ein Fluss von Blut - brrhh:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann sind wir an der Westkueste weiter zum Paparoa National Park gefahren.

Auf dem Weg dorthin:

 

 

(fuer mein Bruderherz . Corbyvale besteht genau aus einer Farm und einem Motel.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im National Park gab es die sogenannten "Pancake Rocks". Die heissen so, weil sie aussehen wie kleine aufeinandergestapelte Pfannkuchen. Bei Flut schwappt das Wasser in hohen Fontaenen ueber die Felsen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natuerlich haben wir uns auch die beruehmten Gletscher nicht entgehen lassen. HIer faellt das Gelaende innerhalb weniger Kilometer von ueber 3000 m fast auf Meereshoehe ab und die beiden Gletscher reichen fast bis an den Rand der nach ihnen benannten Doerfer.

Hier der Fox Glacier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach gings weiter ueber den schoenen Haast Pass

 

 

 

(Die Blue Pools am Haast Pass)

 

 

 

 

zum naechsten Hoehepunkt: dem Fjordland, zum Milford Sound.

Schon die 120 km lange Strasse von Te Anau nach Milford Sound gilt als eine der schoensten der Welt und so haben auch wir fast einen ganzen Tag fuer diese kurze Strecke gebraucht, weil wir immer mal wieder kurze Spaziergaenge und Fotoshootings dazwischengeschoben haben:

 

 

 

(lauter kleine Steintuerme (ist quasi zu einem Touristenzeitvertreib geworden) vor einem Wasserfall.)

 

 

 

 

 

 

 

(Mirror Lakes)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Lake Gunn)

 

 

 

 

 

 

 

(Ein Kea. Keas sind die einzigen echten Bergpapageien der Welt und bekannt fuer ihre Spitzbuebigkeit.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um den Milford Sound in seiner ganzen Pracht zu erleben, haben wir uns dann auch eine Bootstour gegoennt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier haben wir auch wieder Delfine gesehen (wie schon oefter hier in Neuseeland) und Pelzrobben, die sich in der Sonne geaalt haben:

 

 

 

 

 

 

 

 

Ueberall sind Wasserfaelle, in denen sich wunderschoene Regenboegen bilden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Und noch eins mit uns )

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach sind wir dann ueber das schottisch gepraegte Invercargill bis fast an den suedlichsten Zipfel Neuseelands gefahren und von dort aus ueber Lake Ohau, Lake Pukaki und Lake Tekapo im Landesinneren wieder Richtung Norden nach Christchurch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Lake Ohau)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Lake Pukaki mit den Neuseelaendischen Alpen im Hintergrund)

 

 

 

 

 

 

In Christchurch mussten wir dann noch unseren kleinen Van wieder verkaufen, was dann letztlich doch unproblematischer war als zunaechst gedacht. Wir haben lediglich 100.- NS Dollar (ca. 50,- Euro) weniger bekommen als wir gezahlt haben, dafuer aber noch eine kostenlose Uebernachtung beim neuen Besitzer und seiner Familie, der uns dann um 4 Uhr morgens auch noch zum Flughafen gebracht hat und uns auch noch Bastis Angel zu nem fairen Preis abgekauft hat obwohl er gar nicht angelt. Das war wirklich super nett.

 

 

Was uns neben vielen anderen Sachen besonders gut an Neuseeland gefallen hat, war, dass man beinahe ueberall mit seinem Auto stehenbleiben und uebernachten darf und dass es wirklich sehr viele super schoen gelegene Campingplaetze gibt (direkt am Meer, mitten im Dschungel, an einem tuerkisen Fluss, einem See, ...), die kaum etwas kosten und zum Teil sogar ganz umsonst sind.  Ausserdem gibt es hier fast nie irgendwelche Aufpasser, die einen kontrollieren, ob man sich ordentlich verhaelt, ob man auch gezahlt hat,... Das Vertrauen ist ziemlich gross und deshalb macht man dann auch gerne alles freiwillig. Scheint hier ganz gut zu funktionieren.

Hier nur ein paar von vielen, vielen tollen Uebernachtungsplaetzen, die wir hatten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Blick aus unserem "Schlafzimmer")

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Auch Blick aus unserem Schlafzimmer)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Ebenfalls Blick aus dem Schlafzimmer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten natuerlich auch Glueck, denn die Hauptsaison, in der viele Campingplaetze oft ueberfuellt sind, war gerade vorbei und wir hatten fast immer alles ganz allein fuer uns allein, was natuerlich besonders romantisch war .

 

 

 

Natuerlich haben wir auch ein paar Possums gesehen. Zunaechst nur tote auf der Strasse, dann aber auch lebendige:

 

 

 

 

 

Die Possums wurden hier urspruenglich ausgesetzt, weil man ihnen das Fell abziehen und verkaufen wollte. Inzwischen haben die Possums allerdings zum Gegenschlag ausgeholt und sich so rasant vermehrt, dass sie fuer die Neuseelaender zu einer regelrechten Plage geworden sind, da die Tiere die Waelder kahl fressen und die Vogeleier aufmampfen. Daher wird in Neuseeland leider auch viel Gift aus der Luft gespritzt (dass sie ihre Umwelt damit selbst zerstoeren scheint ihnen nicht wirklich klar zu sein) und jeder Neuseelaender freut sich, wenn er mal wieder eins ueberfahern hat.

 

 

 

Trotzdem ist Neuseeland wirklich traumhaft schoen und ein Ort an dem man sich wirklich vorstellen koennte zu leben (keine Sorge, wir habens momentan nicht vor).

In diesem Sinne kuessen wir nicht nur uns , sondern auch Euch

 

 

 

 

 

Inzwischen sind wir auch schon gut in Indien angekommen, doch davon mehr das naechste Mal.

 

 

 

 

 

 

(Schild an der Damentoilette in Mumbai / Bombay)

 

 

Wir haben jetzt auch unseren Rueckflug geregelt und kommen am 16. Juni spaet abends wieder in Muenchen an. Das ist zwar ein bisschen laenger als urspruenglich geplant, aber wir hoffen, Ihr habt ein Nachsehen mit uns.

Wir druecken Euch ganz fest, dicker Schmatz.

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17.02.2008 - Bolivien und ein bisschen Chile  Verfasst: Donnerstag, den 24. Januar 2008 18:17

Weiter ging es dann in die groesste und wohl wichtigste Stadt Boliviens: La Paz. Mit 3600 m ist sie eine der hoechstgelegenen Grossstaedte der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Strassen- und Alltagsleben in La Paz)

 

 

 

Nur kurz von La Paz entfernt liegt der  Berg Chacaltaya mit ca. 5400 m. Frueher war das mal das hoechstgelegene Skigebiet der Welt, inzwischen ist der Gletscher allerdings geschmolzen.

  

 

 

 (Unser hoechster Gipfel auf 5421 m) 

 

 

Hier kann man auf ca. 5300 m mit dem Auto hochfahren. Gemeinsam mit einem anderen Deutschen haben wir das dann auch gemacht und sind dann mit einem Guide noch bis zum Gipfel und dann noch ein bisschen in der Hoehe herumgelaufen, um zu testen, wie wir die Hoehe momentan vertragen, da wir am naechsten Tag unser neuestes Abenteuer starten wollten: Die Besteigung des Huayna Potosi (6088 m). Es ist der angeblich einfachtse 6000er der Welt (soweit ein 6000er einfach sein kann).

 

 

(Unsere naechste grosse Herausforderung: Der Huayna Potosi) 

 

 

 

Da wir keine Probleme hatten ging es am naechsten Tag los.

 

 

 

 

 (Der "Weg" war ziemlich anstrengend, da es nur ueber Felsbrocken ging und wir zudem unsere grossen schweren Rucksaecke mit der ganzen Ausruestung zu tragen hatten)

 

 

Zunaechst zum Refugio auf  5130  m:

 

 

 

(erste Etappe geschafft)
 

 

 

 

Nach einer heissen Suppe haben wir versucht ein bisschen zu schlafen, was in dieser Hoehe kaum moeglich ist. In einem kleinen Raum mit etwa 12 anderen Leuten schwindet der ohnehin schon spaerliche Sauerstoff schnell dahin, sodass es auch nicht lange gedauert hat bis die erste am Kotzen war und auch ich hatte ein wenig mit Atemnot und leichten Kopfschmerzen zu kaempfen.

Zum Glueck war die Nacht nicht lang, da schon um 24 Uhr der Aufstieg begann. Um diese Zeit sind der Schnee und das Eis noch hart, was die Lawinengefahr und die Gefahr in Gletscherspalten zu stuerzen erheblich mindert.  

Der Aufstieg war ziemlich hart, trotzdem haben wir es auf bis knapp 6000 m geschafft!!!!!!!!!! Juhuuuuuuuuu!!!!

Lediglich die letzten 100 Meter haben wir bleiben lassen, da dieses Stueck nochmal durchgaengig so steil ist, dass man alles klettern muss und dafuer haben unsere Kreafte dann doch nicht mehr gereicht.

Kaelte und Muedigkeit hatten uns nach ca. 6 Stunden Aufstieg schon ziemlich mitgenommen.   

 

 

(Auf 6000 m ist es schon ganz schoen kalt) 

 

 

Dafuer war die Sicht einfach einmalig schoen. Ueber den Wolken, entrueckt von dieser Welt ist es all die Muehe 1000mal wert.

 

 

 

(Ein riesiges weisses Schneefeld. Das einzige was auf menschliches Leben hindeutet sind unsere eigenen Fussspuren im weiten Weiss rechts im Bild)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch am selben Tag mussten wir alles wieder nach unten gehen und es ging zurueck nach La Paz.

Nach diesem wirklich einmaligen Erlebnis dieses Aufstiegs sehnten wir uns nach Waerme, und so entschlossen wir uns eine Fahrt hinunter in die Yungas (Übergang zwischen dem Hochland der Anden (über 4000 m) und dem tropischen Tiefland mit dem Amazonas-Regenwald (ca. 500 m)) zu machen.

Hierfuer ging es fuer den Basti mit dem Mountainbike von ca.4600 auf ca.1700 Meter auf dem sogenannten Camino de la Muerte (Todesstrasse) nach unten. Ich hab mir den Luxus gegoennt mit einem kleinen Bus hinterherzufahren .

Die Strasse heisst deshalb so, weil es einmal angeblich die gefaehrlichste Strasse der Welt war. Noch bis vor ein paar Jahren (ich glaub etwa 2001). Die einspurige Straße hat keine Leitplanken und fuehrt an steilen Abhängen entlang. Haeufiger Regen und Nebel sowie matschiger, morastartiger Untergrund machen das Ganze dann noch gefaehrlicher. Mit Steinschlag oder Erdrutschen aufgrund von starker Erosion ist auch zu rechnen. Ein Vorfall vom 24. Juli 1983, bei dem ein Bus ins Schleudern geriet und in eine Schlucht stürzte, woraufhin die 100 Insassen starben, gilt als Boliviens schlimmster Verkehrsunfall. Einer Schätzung zufolge verunglückten pro Monat zwei Fahrzeuge und es starben jährlich 200 bis 300 Leute an der Strasse. Deswegen findet man am Strassenrand auch zahlreiche Kreuze, die die Unfallstellen markieren. Eine lokale Verkehrsregel besagt, dass der abwärts Fahrende Vorfahrt gewähren muss, falls ihm ein Fahrzeug entgegen kommt. Er muss sich also am äußeren Straßenrand am aufwärts Fahrenden vorbeidrängen, was oft nur durch gute gegenseitige Abstimmung der beiden Fahrer möglich ist.

Inzwischen wurde allerdings eine neue Asphaltstrasse gebaut, weshalb die alte Death Road nur noch selten von Autos benutzt wird. Daher ist die Strasse heute nicht wirklich gefaehrlicher als andere in Suedamerika. 

Dennoch ist die Abfahrt ein tolles Erlebnis, da man innerhalb kuerzester Zeit durch die verschiedensten Vegetationszonen faehrt und die Kulisse der Yungas superschoen ist. 

 

Die Abfahrt:

 

Bei ca. 4600 Hoehenmeter ging es los. Wir waren insgesamt 45 Fahrer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Streckenabschnitt war ein einfacher Downhill auf asphaltierter Strasse. Es hat ein bisschen geregnet und in der Hoehe ist es natuerlich auch relativ kalt, doch das Bike einfach laufen zu lassen macht unglaublich viel Spass.

 

 

 

 

 

  ( Nach zwei leichten Anstiegen ging mir in der Hoehe die Puste aus)

 

 

 

 

 

Nach einer knappen Stunde Fahrt ging die richtige "Death Road" los. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt wurden das Wetter und die Sicht immer besser. Die, nun nicht mehr anspahltierte, Strasse ist gerade so breit wie zwei Autos. Auf der linken Seite geht es die meiste Zeit steil mehrere hundert Meter nach unten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Landschaft ist wunderschoen, doch konnte ich sie nicht wrklich geniessen, da man bei schneller Fahrt  sehr aufpassen muss, dass man keinen Fahrfehler begeht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

( Wir bei der Pause, inzwischen schon tropisch warm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(gluecklich am Ziel)

 

 

 

 

Nach diesem tollem Erlebnis ging es fuer uns weiter nach Coroico.

Hier haben wir das beste Hostal unserer ganzen bisherigen Reise gefunden:

 

 

 

Unser eigenes kleines Haeuschen,

 

 

 

 

 

 

 

 

gemuetlich eingerichtet,

 

 

 

 

 

 

 

 

mit Balkon,

 

 

 

 

 

 

 

 

verschmustem Mitbewohner

 

 

 

 

 

 

 

 

und eigenem Garten mit Grillplatz. (Das blaue Haeuschen ist das Bad.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Also ein richtig kleines Grundstueck fuer uns ganz allein, und das ganze fuer nur 10 Euro die Nacht fuer uns beide zusammen. Hier hat es uns so gut gefallen (endlich mal warm), dass wir gleich eine ganze Woche geblieben sind und uns einfach nur entspannt haben.

 

 

Da wir nicht gleich wieder in die Kaelte wollten, haben wir uns dazu entschieden die strapazioese 16-stuendige Busfahrt ueber Holperpiste auf uns zu nehmen und in den Osten Boliviens, in den Dschungel, nach Rurrenabaque zu fahren.

Hier haben wir dann eine 3-taegige Pampas-Tour gemacht. Die Pampas besteht groesstenteils aus Grassteppe mit einigen Baeumen, durch die sich Fluesse schlaengeln. Da die Baeume nicht so hoch sind und die Vegetation nicht so undurchdringlich ist, hat man hier wesentlich hoehere Chancen Tiere zu sehen, als im Dschungel. Da derzeit Regenzeit ist, steht fast das ganze Gebiet unter Wasser, was aber nichts ausgemacht hat, da wir ohnehin mit dem Boot unterwegs waren.

 

 

 

 

 

 

 

Die Tour war super. Wir mussten zunaechst ca. 2 Stunden mit dem Boot fahren, um zu unserer Lodge zu kommen:

 

 

 

 

 

 

 

In dem Fluss gibt es viele Kaimane und Alligatoren, die sich gerne in der Naehe der Lodges herumtreiben, da hier immer mal wieder Kuechenabfaelle fuer sie rausspringen.

 

 

 

 

Das Zimmer mit der offenen Tuer ist unseres. Schon ein bisschen gruselig. Man musste wirklich darauf achten, nicht ins Wasser zu fallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben aber auch viele andere Tiere gesehen:

 

 

 

 

 

Paradiesvoegel, 

 

 

 

 

 

 

Tukane,

 

 

 

 

 

 

und viele, viele, viele andere Voegel.

 

 

 

 

Ausserdem diverse Affen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schildkroeten, die sich die Sonne auf den Panzer scheinen lassen,

 

 

 

 

 

 

 

und, das allerbeste: viele, viele rosa Flussdelfine. Jeden Tag haben wir mehrere gesehen, sodass wir sogar mit ihnen schwimmen konnten:

 

 

 

(sie sind ziemlich schnell und nur schwer aufs Foto zu bekommen).

 

 

 

 

Neben Bootsfahrten

 

 

 

 

 

 

 

 

haben wir uns einmal auch zu Fuss auf die Suche nach Anacondas begeben, wofuer wir durch zum Teil oberschenkeltiefes Wasser waten mussten:

 

 

 

 

Wir haben auch eine gefunden, allerdings hat die in einem Loch im Baum geschlafen, sodass man nur wenig sehen konnte.

 

 

 

 

 

 

(Die Dinger, die am Baum haengen, sind Vogelnester)

 

 

Die Tour war wirklich super und wohl eine der wenigen Moeglickeiten so viele dieser Tiere in freier Natur zu sehen.

 

Nach 3 Tagen ging es dann wieder zurueck nach Rurrenabaque:

 

 

 

 

Hier sassen wir aufgrund starker Regenfaelle dann erstmal fest. Es gingen keine Busse, da die Strassen ohnehin nur aus Schlamm bestehen und die Gefahr von Erdrutschen sehr gross war, und auch die wenigen Fluege wurden alle gecancelt, weil die Flieger auf der Graspiste nicht starten koennen, wenn sie zu aufgeweicht ist.

Doch wir hatten Glueck und mussten nur 2 Tage warten, bis es mit einer kleinen Maschine

 

 

 

 

 

weiter nach Santa Cruz ging. 

 

Santa Cruz ist ein huebsches Staedtchen mit vielen Cafes und Bars und Livemusik, ansonsten gibt es hier aber nicht viel zu tun. Wir haben uns lediglich die Lomas, Sandduenen, die sich langsam in den Dschungel fressen, angesehen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch hierhin war der Weg ziemlich beschwerlich, da alles unter Wasser stand:

 

 

 

 

 

 

Von Santa Cruz aus ging es weiter nach Sucre, der Hauptstadt Boliviens. Da aber auch hier aufgrund der starken Regenfaelle keine Busse gingen, mussten wir fliegen. Sucre selbst hat eigentlich nichts zu bieten und so sind wir auch gleich am naechsten Tag weiter gefahren nach Potosi.

 

Potosí liegt zwischen 3976 m und 4070 m und gilt als die höchstgelegene Großstadt der Welt. Potosi ist eine Minenstadt, in der schon die Inka im Cerro Rico, dem Minenberg, Silber haben foerdern lassen. Zur Kolonialzeit wurde Potosi zum wichtigsten Silberlieferanten und 1611 war Potosi eine der groessten Staedte der Welt. Noch heute haengt alles in der Stadt mit den Minen zusammen. Da der Berg inzwischen schon voellig durchloechert ist, schaetzen Experten, dass hier noch ca. 5-10 Jahre abgebaut werden kann (derzeit vorallem Zinn und Zink). Wenn irgendwann aus dem Berg nichts mehr herauszuholen ist, wird Potosi eine gigantische Geisterstadt.

Man hat hier die Moeglichkeit, eine Minenfuehrung zu machen, was eines der interessantesten und eindrucksvollsten Dinge war, die wir auf unserer Reise gemacht haben.

Zunaechst geht man auf den Markt der Mineros, um einige Mitbringsel fuer die Minenarbeiter zu kaufen, wie Kokablaetter oder Dynamit. Potosi ist die einzige Stadt der Welt, in der jeder Vollidiot, ob Kind oder Erwachsener, Einheimischer oder Auslaender LEGAL Dynamit kaufen kann. Unglaublich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zudem gibt es hier 96-prozentigen Alkohol, den die Mineros freitags trinken. Sie tun das wirklich, kein Scheiss, wir haben die halb leeren Flaschen in den Minen rumstehen sehen.

 

Wie auch immer, danach geht es dann in voller Montur weiter zu den Minen:

 

(Bei uns waere so eine Mine wahrscheinlich laengst geschlossen und das Betreten wegen Einsturzgefahr verboten)

 

 

 

Die Arbeitsbedingungen sind hier richtig krass, wie vor 400 Jahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Mineros haben dicke Kokabacken, da es ohne Kokakauen eigentlich nicht moeglich ist jeden Tag 8 Stunden in den Minen zu arbeiten.

 

 

 

 

Es ist extrem staubig, giftige Gase treten aus und ueberall ist Asbest.

 

 

 (Asbest)

 

 

 Noch heute stirbt im Durchschnitt ein Minenarbeiter pro Tag. Davon 70% an Staublunge und 30% an Unfällen, zum Beispiel durch Explosionen. Nur die wenigsten Arbeiter besitzen eine Gasmaske oder sonst irgendeine Art von Schutzkleidung. Im Durchschnitt dauert es 10 Jahre bis ein Minero tödlich erkrankt, wenn er regelmäßig unter Tage arbeitet. Die Lebenserwartung eines Mineros beträgt in etwa 40-45 Jahre.

Obwohl wir nur 2 Stunden in den Minen waren, haben wir uns danach total vergiftet gefuehlt und mussten Husten von all dem Staub. Es ist einfach nur krass. Die meisten arbeiten hier, weil es eben nichts anderes gibt, unser Fuehrer (der selbst 3 Jahre in einer Mine hier gearbeitet hat) meinte aber auch, dass es fuer viele zu einer Art Sucht wird. Die Mineros arbeiten selbststaendig und wenn sie eine Mineralienader entdecken, gehoert sie Ihnen. So sind hier schon einige wenige reich geworden und fuer viele ist es hier wie eine Art Lottospielen. Ausserdem verdienen die Leute hier im Vergleich zu anderen in Bolivien relativ gut.

 

 

 

In den Minen:

 

 

 

(Die Luftschlangen haengen hier hier, weil die Mineros grundsaetzlich gerne feieren und hier der Karneval vor der Tuer steht)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da wir natuerlich nicht nur fuer die Mineros, sondern auch fuer uns ein paar Stangen Dynamit gekauft haben, haben unsere GUides nach der Fuehrung Bomben fuer uns gebastelt ,

 

 

 

 

 

 

 

 

die dann angezuendet wurden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und dann in sicherer Entfernung deponiert wurden. Die Explosion war gigantisch. Die ganze Erde hat gebebt. Ein echter Spass

 

 

Nach Potosi ging es dann zu unserer letzten Station in Bolivien: Uyuni:

 

 

 

(Auch hier wurde schon fuer den Karneval geschmueckt)

 

 

 

 

Von hier aus haben wir eine 3-taegige Tour gemacht, die dann schliesslich in Chile endete.

Zunaechst ging es in den Salar de Uyuni. Der Salar ist mit 12.000 km² einer der groessten Salzseen der Welt. Der Salzreichtum des Salar de Uyuni wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Jährlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut und in die Städte transportiert.

Ausserdem liegen hier 75% des Weltvorkommens an Litium, das allerdings bisher noch nicht abgebaut wird. 

 

In der Regenzeit (also als wir da waren) ist der Salar leider komplett ueberschwemmt, sodass man von den geborstenen Salzaugen nichts sieht. Trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Das Wasser steht ueberall etwa 5 - 20 cm hoch.

 

 

 

 

Auf dem Dach des Jeeps gings durchs salzige Wasser des Salars

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da das Wasser nicht tief ist, kann man natuerlich auch zu Fuss gehen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Der Basti auf Salzsteinen. Die bauen hier auch Haeuser (eher fuer Touristen) aus Salz und es gibt ein paar Salzhotels) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Sonnenuntergang ueber dem Salar)

 

 

 

 

Der naechtse Stop war der alte Eisenbahnfriedhof in der Naehe von Uyuni. Hier wurden all die alten Dampfloks mitten in der Wueste einfach abgestellt und rosten jetzt vor sich hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die naechtsne Tage ging es durch eine bizarre zum Teil surreale Landschaft, von der sich schon Salvador Dalí inspirieren liess:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hier gibt es ueberall Lagunen mit Flamingos)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(immer wieder begegnet man seltsamen Felsformationen)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Zum Groessenvergleich)

 

 

 

 

 

Am spektakulaersten war jedoch die "Laguna colorada", die aufgrund einer Algenart und dem hohen Mineralstoffgehalt des Wassers rot gefaerbt ist:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Die kleinen weissen Punkte vorne sind auch wieder Flamingos)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter gings vorbei an Geysiren

 

 

 

 

 

 

 

und brodelnden, nach Schwefel stinkenden heissen Quellen auf einem Vulkan in fast 4500 m Hoehe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten tolle Sonnanaufgaenge:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Wieder Flamingos )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am dritten Tag sind wir dann schliesslich an der Grenze angekommen

 

 

 

(bolivianischer Grenzposten)

 

 

 

 

 

und nach Chile weitergeduest.

 

 

 

 

 

 

Und ploetzlich war alles anders: Ziemlich genau in der Mitte des Niemandslandes zwischen bolivianischem und chilenischem Grenzposten beginnt die Asphaltstrasse, es gibt Ampeln, Zebrastreifen, eine richtige Grenzkontrolle, man sieht keine Indigenas mehr, alles ist superwestlich inklusive der Preise. Von unserer ersten Station (San Pedro de Atacama) wollten wir so schnell wie moeglich weiter. Es ist ein einziger Touristenort und daher auch einer der teuersten Plaetze im ohnehin schon teuren Chile. Eigentlich wollten wir nach Argentinien, allerdings waren alle Busse schon voll und der naechste waere erst in 3 Tagen gegangen (wir hatten insgesamt nur eine gute Woche bis zu unserem Flug nach Neuseeland). Also haben wir uns dazu entschlossen in einer 23-stuendigen Busfahrt direkt nach Santiago zu fahren.

Hier hat es uns ziemlich gut gefallen. Es ist sehr bunt mit vielen kleinen Clubs uns Bars, allerdings nicht sehr suedamerikanisch. Man fuehlt sich eher wie in Spanian.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Santiago von oben)

 

 

 

 

 

Nachdem wir auf unserer Reise nur kurz am Meer waren, haben wir uns vorgenommen Bastis Geburtstag am Strand zu verbringen. In Vina del Mar (ca. 2 h von Santiago):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zum Reinfeiern gabs dann sogar Paulaner:

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Tag haben wir dann an einem einsamen Strand verbracht :

 

 

 

(Die Chilenen haben leider gerade Ferien. Aber egal. WIR WAREN ENDLICH AM STRAND!!!!)

 

 

 

Am Abend waren wir dann schick Essen in einem Restaurant ueber dem Meer:

 

 

 

 

 

und  danach sind wir auch hier nicht lange alleine geblieben und haben uns die Nacht bis 7 Uhr morgens mit ein paar Chilenen um die Ohren geschlagen.

 

Gestern sind wir dann in Neuseeland angekommen, wo wir erstmal zum Neil gefahren sind, da dort unser Bus auf uns gewartet hat.

 

 

 

(Das da links ist der Neil) 

 


 

Der Neil wohnt gleich am Strand und es ist einfach herrlich.

 

 

 

 

 

 

 

Das ist es: unser Zuhause fuer die naechsten 5 Wochen:

 

 

(Wir zwei und unser Bus. Hoffentlich gewoehnen wir uns schnell an den Linksverkehr...) 

 

 

 

Suedamerika hat uns supergut gefallen. Die Natur ist unglaublich, kulturell ist viel geboten, wir haben wahnsinnig viel erlebt und auch viel ueber die Menschen und die Laender erfahren etc. (ich muss aufhoeren, sonst komm ich ins Schwaermen). Trotzdem freuen wir uns jetzt nach 4,5 Monaten auf einen Kulturwechsel. Das Reisen in Suedamerika fanden wir ziemlich anstrengend. Es ist tatsaechlich Reisen, nicht Urlaub machen. Die grossen Hoehen, die damit verbundene Kaelte und die grossteils ungemuetlichen und natuerlich unbeheizten Hostals machen es einem schwer einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Umso mehr freuen wir uns hier erstmal ueber ein bisschen Sommer, Sonne, Strand und Meer.

 

 

Das Abenteuer geht weiter.

 

 

Wir druecken und kuessen Euch und freuen uns ueber Nachrichten aus der Heimat.  

 

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05.01.2008 - Peru - Der Sueden  Verfasst: Sonntag, den 30. Dezember 2007 00:54

Lange hats gedauert, aber hier ist er endlich: der neueste Reisebericht.

Zunaechst einmal ging es weiter nach Lima. Hierzu ist allerdings nicht viel zu sagen. Lima ist eine Grossstadt ohne besondere Sehenswuerdigkeiten. Wir haben uns lediglich zwei Museen angesehen und einen Stadtrundgang gemacht.

 

(Palast des Erzbischofs in Lima mit schoen verzierten Holzerkern aus der Kolonialzeit)

 

Danach ging es weiter nach Pisco. Angekommen waren wir zunaechst doch ziemlich erschuettert. Hier war vor gut 4 Monaten das starke Erdbeben, das auch in Deutschland gross in den Nachrichten war. Etwa 60 oder 70 % der Stadt sind voellig zerstoert, ueberall stehen Hilfszelte.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Von der Kirche sind nur die zwei Tuerme stehen geblieben. Besonders tragisch ist hier, dass die Kirche erst kurz nach dem Beben einstuerzte, zu einem Zeitpunkt als viele Ueberlebende in die Kirche kamen, sodass allein hier ca. 150 Menschen starben.)

 

 

Das erste Hostal in das wir wollten gibt es nicht mehr und die Leute fuehren Dich durch die Stadt und zeigen Dir, wo mal was war. Es sieht aus wie nach einem Bombenangriff.

Umso mehr freuen sich die Menschen hier ueber jeden Touristen, der dennoch kommt und so beschlossen wir zu bleiben, um am naechsten Tag die vorgelagerten Inseln, die Islas Ballestas, anzuschauen.

Gesagt, getan ging es am naechsten Tag etwa 1 Stunde von Pisco entfernt mit einem Touri-Boot zunaechst vorbei am

 

 

 

 El Candelabro (Ein riesiges Bild (180 m hoch und 70 m breit), das in den Wuestensand eingekerbt ist und ziemlich wahrscheinlich den halluzinogenen Kaktus San Pedro darstellt, der den Menschen hier frueher heilig war. Das BIld ist sehr alt (wie alt genau weiss niemand), laesst sich trotz Pazifikwinde nicht vom Sand zuwehen oder verwischen und dient seit jeher Seefahrern und Fischern als Orientierungspunkt.)

 

 

Danach gings weiter zu den Inseln. Hier gab es Massen an

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seehunden und Seeloewen

 

 

 

Humboldt-Pinguinen

 

 

 

 

 

 Pelikanen

 

 

 

und unvorstellbare Mengen diverser anderer Voegel.

 

 

 

Auf dem Weg zurueck zum Hafen hatten wir dann sogar das Glueck einige Delfine zu sehen, die allerdings immer zu schnell wieder untertauchten, um sie zu fotografieren, deshalb hier nur eine Rueckenflosse:

 

 

 

 

 

 

 

Es war wirklich schoen diesen Tieren eine Weile zuzusehen und so sind wir mit einem euphorischen Gluecksgefuehl wieder zurueck nach Pisco gefahren, um unsere Sachen zu packen und unsere Reise fortzusetzen.

Unser Hotelzimmer war im 2. Stock und ploetzlich machte es einen kurzen heftigen Ruettler.  Aus dem Fenster sahen wir die Leute auf die Strasse laufen und in unseren Koepfen spukten die Bilder der zerstoerten Stadt. Doch bis wir ueberhaupt reagieren konnten war alles schon wieder vorbei, von unten rief unsere Hostalmama: "tranquillo" (ruhig) und wir gingen mit zittrigen und wackligen Beinen nach unten auf die Strasse zu den anderen Einheimischen. Das "Beben" hat nur 1 Sekunde oder so gedauert, trotzdem beschlossen wir so schnell wie moeglich zu packen und weiter zu fahren, denn niemand wusste, ob da noch was nachkommt.

Und so sassen wir nur kurze Zeit spaeter im Bus Richtung Ica. Nicht weit von Ica liegt die  Wuestenoase Huacachina, unsere naechste Station. Die Oase besteht aus einer kleinen Lagune, die von grossen Sandduenen umschlossen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die verschiedenen Sandformationen sind so faszinierend und schoen, dass wir uns gar nicht sattsehen konnten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

usw. Einfach traumhaft, vor allem wenn man vorher gar nicht wusste, dass es in Peru so eine Wueste gibt.

 

Hier konnte man abenteuerliche Buggy-Fahrten machen,

 

 

 

 

 

Sandboarden

 

 

 

 

oder auch -rutschen

 

 

 

 

oder sich auch einfach nur von den bisherigen Reisestrapazen erholen.

 

 

 

 

Neue Freunde haben wir in unserem Hostal natuerlich auch wieder schnell gefunden:

 

 

 

 

 

 

(Vor allem den kleinen Gruenen hier ist man gar nicht mehr losgeworden. Er wollte am liebsten den ganzen Tag spielen und schmusen und hat uns morgens mit Vorliebe unsere Butter vom Brot geklaut.)

 

 

Nachdem wir hier ein paar Tage neue Reiseenergie getankt haben, haben wir uns wieder auf die Socken gemacht und sind nach Nasca geduest, um uns die beruehmten und geheimnisvollen Nasca-Linien anzusehen.

HIerfuer flogen wir  mit einer kleinen Cesna ueber die Steinwueste von Nasca:

 

 

 

 

Eine kleine Auswahl der beruehmtesten Nasca-Geoglyphen:

 

(Der Guano-Vogel mit einer Schnabellaenge von 300 m)

 

 

 

 

                     (Der Kolibri, ca. 85 m gross)

 

 

 

 

                     (Die Spinne, ca. 46 m gross)

 

 

 

 

(Der Hund, Groesse weiss ich nicht)

 

 

 

 

(Der harpunierte Wal, ca. 63 m gross)

 

und noch viele, viele mehr. Man fliegt ueber die Wueste und entdeckt ueberall Bilder, Linien, geometrische Figuren und es werden immer wieder neue entdeckt. Einfach unglaublich. Die Linien gehen kerzengerade ueber Felsen, Berge und alles, was so rumliegt. Es gibt 3 Haupttheorien zu den Nasca-Linien:

1. Ausserirdische

2. Die Linien zeigen unterirdische Wasseradern an 

und 3. (die fuer uns am einleuchtendste) Die Linien dienten als riesiger Kalender, zudem als rituelle Prozessionspfade und wurden in dieser Groesse gefertigt, damit die Goetter, fuer die sie sind, sie von oben auch sehen koennen.

Die Geoglyphen haben eine Entstehungszeit von 200 bis 600 n. Chr. 

Lediglich dieser hier ist nochmal 500 Jahre aelter:

 

                     (Der Astronaut)

 

 

Ansonsten gibt es hier noch einen riesengrossen Friedhof aus der Praeinkazeit. Hier wurden dutzende von gut erhaltenen Mumien gefunden:

 

(Der lange Haarzopf ist uebrigens original)

 

 

Nach Nasca ging es weiter nach Arequipa (die zweitgroesste Stadt Perus). Hier hatten wir einen kleinen Anfall von Reiseuebersaettigung, weshalb wir nicht viel gemacht haben, ausser uns Zeit zu geben all die Eindruecke der letzten Wochen mal sacken zu lassen und mal wieder richtig gut zu essen und das erste Mal seit unserer Reise wieder Wein zu trinken (den es bis dahin entweder gar nicht gab oder ungeniessbar war). Arequipa ist ein Schlemmerparadies und man merkt, dass man dem touristischen Zentrum Cusco immer naeher kommt, denn im Gegensatz zum Norden von Peru gibt es hier schon fast alles, was das Touristenherz begehrt.

Hier haben wir es auch endlich geschafft die peruanische Spezialitaet zu probieren: Cuy (Meerschweinchen):

 

 

 

Eine etwas muehselige Angelegenheit aufgrund der vielen kleinen Knochen. Besonders viel Fleisch ist nicht dran, schmecken tuts ganz gut, ist aber nicht zu vergleichen mit etwas, was wir kennen, da es schon einen ganz eigenen Geschmack hat. Die Konsistenz ist allerdings wie vom Huhn. In Peru hat fast jeder einen Meerschweinchenstall in oder neben der Kueche oder aber die Meerschweinchen laufen frei in der Kueche rum. Da sich die Tiere vermehren wie die Maeuse gibt es so immer frisches Fleisch, wenn man will. Das haben schon die Inkas so gemacht. Auch in den Chachapoyasruinen in Nordperu sind in den Wohnhaeusern noch die Abtrennungen fuer die Meerschweinchen zu sehen. 

 

Das einzige das wir uns in Arequipa angesehen haben ist das wirklich wunderschoene Kloster Santa Catalina. Es wurde 1579 gegruendet, wofuer einfach ein kleiner Teil Arequipas ummauert wurde. Es ist riesig (Gesamtflaeche: 20426 qm), eine eigene kleine Stadt mit Strassennamen und allem drum an dran. Frueher lebten hier 150 Nonnen mit 400 Dienstmaedchen, verborgen vor den Augen der Oeffentlichkeit. Erst 1970 oeffneten sich die Klostertore das erste Mal fuer die Oeffentlichkeit, was die damals nur noch 17 im Kloster lebenden Nonnen selbst veranlasst hatten. Derzeit leben noch 28 Nonnen im Kloster.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Arequipa ging es dann weiter nach Cusco, der alten Inka-Hauptstadt (3430 m Hoehe). Es war der "Nabel der Welt", die Strassen aus den insgesamt 4 Reichsteilen liefen alle auf dem Hauptplatz (ist auch heute noch derselbe Hauptplatz) zusammen. Cusco war mindestens so maechtig und wohl auch reicher als das alte Rom. Von hier dehnte sich das Herrschaftsgebiet der Inkas bis an die Suedgrenze des heutigen Kolumbiens und bis nach Zentralchile aus. Die koeniglichen Palaeste und Tempel der Stadt waren mit Goldblechen und -platten verziert und belegt. Seine Bluetezeit hatte Cusco zwischen 1438 und 1527. 1533 kamen dann jedoch die Spanier und liessen alles Gold und Silber einschmelzen.

Die Inkas hatten eine unglaubliche Bauweise:

 

 

(Alte Inkamauer in Cusco)

 

Die zum Teil gigantischen Steine wurden passgenau aneinandergefuegt. Sie sind so perfekt beschnitten bzw. behauen, dass sie keinen Moertel benoetigten. Zudem hatten alle Steine Steinbolzen und -zapfen und Vertiefungen, die dann aehnlich wie beim Lego genau ineinanderpassten. So konnten bei den haeufig auftretenden Erdbeben die Mauern mitschwingen und die Haeuser und Palaeste der Inkas waren erdbebensicher. Im Gegensatz zu denen der Spanier, die es meist nicht schafften die Mauern ganz zu zerstoeren und sie daher als Grundmauern fuer ihre Kirchen nutzten. Die kolonialspanischen Mauern mussten in den letzten Jahrhunderten nach Erdbeben immer wieder neu errichtet werden, wohingegen die Inkamauern bis heute problemlos jedem Erdbeben standhalten.

 

 

Das hier sind die Kirche und das Kloster Santo Domingo. 1950 wurden hier durch ein Erdbeben Ueberreste des alten Inka-Sonnenheiligtums freigelegt (z.B. die komische Mauer, die hier nicht hinzugehoeren scheint). Witzig ist, dass jetzt auch im Inneren des Klosters, links und rechts neben dem Kreuzgang alte Raeume des ehemaligen Inkatempels stehen, ein seltsames Bild, aber sehr bezeichnend fuer ganz Peru, vor allem fuer Cusco. Ueberall verschmelzen hier alte Inka-Kultur und Christentum, beispielsweise werden die Gottesdienste zum Teil in Quechua (die alte Inka-Sprache) gehalten, im Weihnachtskonzert werden christliche Lieder gesungen und im Hintergrund prangt ein riesiges Abbild der Inka-Sonnenscheibe, auf dem Hauptplatz neben der Kathedrale wird neben der peruanischen Flagge auch die Regenbogenflagge der Inka gehisst, die Weihnachtskrippe in der Kirche ist in eine alte Inkastadt mit Tempeln verlegt, und auf einem Gemaelde, das das letzte Abendmahl darstellt wird nicht Brot gegessen, sondern Cuy (Meerschweinchen) etc.  und vieles, vieles mehr.

Der Sonnenpalast auf dem dieses Kloster errichtet wurde muss unglaublich praechtig gewesen sein: Die Mauern waren mit Goldplatten bedeckt. Im Garten des Tempels war alles, was das Reich bot, in Gold und Silber nachgebildet. Hier standen goldene und silberne Maisstauden neben goldenen Baeumen und Straeuchern. Im Vorhof glitzerten gleichfalls goldene Hirtenfiguren mit goldenen Lamas und Voegeln in der Sonne, schlaengelten sich goldene Schlangen zwischen goldenen Schmetterlingen. Im Haupttempel waren die Mumien der verstorbenen Inkas auf einem goldenen Thron aufgestellt, das Gesicht mit einer Goldmaske verhuellt und eine Hand hielt ein goldenes Zepter. Die Kleidung war aus feinster Vicuñawolle (die teuerste Naturfaser der Welt. Wir durften mal ueber einen 1000,- Dollar teuren Schal streicheln. Wirklich traumhaft weich) und mit Goldschmuck besetzt.

Habt ihr eine ungefaehre Vorstellung bekommen? Mehr zu den Inkas gibt es dann fuer Interessierte, wenn wir wieder daheim sind.

 

 

                     (Cusco ist eine suesse Stadt mit vielen kleinen Gassen)

 

 

 

 

 

                     (Auch Cusco)

 

 

 

 

 

(Cusco von oben) 

 

 

 

 

 

Um Cusco herum wimmelt es nur so von alten Ruinenanlagen und staendig werden neue entdeckt. Hier sieht man nochmal, wie gross die Steine zum Teil waren (uebrigens kannten die Inkas das Rad nicht und so sind diese gewaltigen Anlagen ein ebenso grosses Phaenomen wie die Erbauung der Pyramiden in Aegypten).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Beide Bilder sind von Saqsaywaman, einer monstroesen Festungsanlage zum Schutz von Cusco. An ihr sollen 20000 - 40000 Menschen rund 70 Jahre lang gearbeitet haben. Es gibt auch unterirdische Gaenge, die bis zum Koenigspalast gereicht haben sollen.)

 

 

 

Aber neben Inka-Bauten gibt es natuerlich auch jede Menge Ruinen aus der Praeinkazeit. Besonders beeindruckend ist der vor Cusco gelegene Mondtempel, eine Art Hoehle. Der Eingang war geformt wie eine Vagina, durch die man dann in den Uterus gehen kann. Nach einem kleinen Vorraum kommt ein zweiter Raum mit einem Altar ueber dem ein Loch in der Decke ist, wodurch der Raum bei Mondschein erleuchtet wird. Hier soll entweder der erste eheliche Beischlaf stattgefunden haben oder aber Frauen, die keine Kinder bekommen haben, haben hier Zeremonien durchgefuehrt, um doch noch schwanger zu werden. Man weiss es nicht. Noch heute liegen auf dem Altar ueberall Kokablaetter, die die Einheimischen Pachamama (Mutter Erde) als Opfergabe darbringen.

 

 

                     (Rechts der Treppe geht es durch die Vagina in den Uterus )

 

 

 

 

 

 

(In diesem Berg verbirgt sich der Mondtempel)

 

 

 

 

Ein kurzes Stueck weiter oben gibt es noch weitere Anlagen, die mit dutzenden von Hoehlen und Gaengen miteinander verbunden sind. Hier kann man einfach so rumlaufen, kriechen, klettern, sich durchquetschen oder wie auch immer.

 

 

(Oben enger Durchgang, unten aufpassen, dass man nicht ins Loch faellt )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                     (Allzu dick sollte man hier nicht sein)

 

 

 

 

 

 

Auch hier hatten wir wieder passende mystische Stimmung. Es ist immer wieder faszinierend, wenn der Nebel beginnt aufzusteigen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Cusco aus haben wir uns dann auch auf eine 4,5-taegige Trekking-Tour nach Choquequirao aufgemacht. Choquequirao (auf 3100 m Hoehe) ist eine alte Inkastadt, groessr als Machupicchu, bei weitem nicht so bekannt und zudem nur ueber einen mehrtaegigen Trek zu erreichen, das heisst: so gut wie keine Touristen. Bisher sind lediglich ca. 30% der Anlage entdeckt und gereinigt, der Rest liegt noch im Dschungel verborgen und auf dem Weg durch die Anlage entdeckt man immer wieder wild ueberwucherte alte Mauern aehnlich wie in Chachapoyas.

Der Weg zur Anlage ist ziemlich anstrengend, da es zunaechst ca. 1500 m ununterbrochen und relativ steil nur nach unten, danach ca. 1500 m wieder ununterbrochen und ebenso steil nur nach oben geht.

 

 

                     (Wenn man dann auch noch Abkuerzungen nimmt ist es noch steiler)

 

 

 

 Daher ist es sinnvoll ein paar Mulis zu haben, die das Gepaeck fuer einen tragen.

 

 

(Die Mulis, David (Koch und Mulitreiber) und wir zwei auf dem einzigen geraden Stueck bevor es anfaengt bergab zu gehen)

 

 

 

(David und die Mulis auf der Bruecke ueber den Rio Apurimac. Bergab ist vorbei, von nun an geht es nur noch bergauf).

 

Von hier ging es fuer den ersten Tag erstmal noch 7 Kilometer (ca. 700 Hoehenmeter) nach oben zu unserer ersten Campingmoeglichkeit.

 

(Pepe (unser Guide) und wir zwei erschoepft vom ersten Tag und gluecklich die erste Zwischenstation erreicht zu haben)

 

 

 

 

(Hier haben wir unser Zelt aufgeschlagen)

 

Auf dem Hin- und Rueckweg und auch in der Ruinenanlage selbst gab es natuerlich wieder Massen an wunderschoenen und witzigen Blumen,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Orchidee)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                     (Auch die Kakteen bluehen momentan)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und tolle Baeume

 

(Massen an Mangos. Man kann sie sich einfach nehmen und essen)

 

 

 

 

 

     (Der sah in echt richtig gruselig aus, wie mit Spinnweben behangen. Davon gibt es hier ganz viele)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                     (Eine kleine Pause muss ja auch mal sein)

 

 

 

                     Aus diesem Riesenkaktus

 

 

                     waechst einmal in seinem Leben ein richtiger Baum

 

                     (Seht Ihr den Basti?)

 

Und auf dem Baum richtige Blumen. Aus dem Baumstamm werden Didgeridoos gemacht, aus den Wurzeln angeblich Trommeln. Ausserdem sind die Fasern so fest, dass sie hier als Schnuere benutzt werden.

 

 

Aber hier gibt es nicht nur Riesenkakteen, sondern auch Riesenpilze :

 

 

 

 

Uns ist sogar eine etwa handflaechengrosse Tarantel ueber den Weg gelaufen:

 

 

Ausserdem jede Menge Papageien und Wellensittische, die sich aber nicht gerne fotografiern lassen.

 

Es gab Sonnenschein,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mystisch neblige Stimmung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Seht Ihr den waagrecht liegenden Kopf des alten Mannes mit Bart? Kein Wunder, dass die Leute hier denken auf den Bergen wuerden Goetter wohnen)

 

 

 

 

 

 

 

 

(In der Nacht)

 

 

 

 

und natuerlich auch wieder ein bisschen Regen

 

 

 

Es gab auch was zum klettern

 

 

 

 

 

 

und Fluesse, Baeche und Wasserfaelle

 

                     (Seht Ihr uns?)

 

 

 

 

                     (Der Basti aufm Stein beim reissenden Rio Apurimac)

 

 

 

 

Das ist der Rio Apurimac zu dem wir erst links runter, dann ueber eine Bruecke drueber und schliesslich rechts wieder hoch mussten:

 

 

 

 

Achja, vor lauter Begeisterung ueber den Weg haette ich ja fast die Ruinen vergessen. Das hier ist Choquequirao (was uebrigens soviel heisst wie "Wiege des Goldes", weil auf dem Weg hierher und in der Anlage selbst ueberall glitzernde und funkelnde Steine liegen):

 

 

Auf der Bergspitze oben links liegt das Observatorium. Die Flaeche, die man weiter unten sieht besteht aus lauter Terrassen, auf denen Fruechte, Gemuese, Kraeuter etc. angebaut wurden. Dazwischen sind Wohnhaeuser, Tempel, Vorratskammern und sonstiges. Wirklich ein riesiges Areal.

 

 

 

 

(Wohnhaeuser)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Auf dem gruenen Huegel hinten liegt das Observatorium)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Links Aquaedukt, rechts alte Inkatreppe)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Der Weg zum Observatorium)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Die Terrassen)

 

 

Und am Ende der Tour waren wir gluecklich, froh und auch stolz diesen Trek geschafft zu haben:

 

 

(Juhuuuuuuuuuu!!!!!)

 

 

Zurueck in Cusco waren es nur noch wenige Tage und schon war Weihnachten. Hierfuer haben wir uns ein ein warmes und kuschliges Hotel mit eigenem Kamin etc gegoennt (Davon haben wir ja schon in unserer Weihnachtsmail berichtet). Am Abend waren wir dann mit dem Schweizer Matthias, der seit Ecuador immer wieder unsere Wege kreuzt, schoen Essen. Er hat uns zu Weihnachten einen Cocaton geschenkt (Die Leute hier essen gerne Paneton wie in Italien. Cocaton ist eben Paneton mit Koka) Im Lokal ist dann noch ein deutsches Geschwisterpaerchen zu uns gestossen und gemeinsam gings zur Plaza. Hier kam keine rechte Weihnachtsstimmung auf, es war eher wie Silvester mit vielen Knallern und viel Laerm. Die ganze Plaza war voller Muell, der am Abend dann einfach an Ort und Stelle verbrannt wurde:

 

 

 

 

 

So koennen sich die armen Indigenas, die hier tagsueber ihre Staende auf dem Weihnachtsmarkt aufgebaut hatten und die Nacht in Cusco verbringen muessen (d.h. schlafen auf der Strasse) immerhin noch ein bisschen waermen:

 

 

(In den Arkaden um die Plaza schliefen in der Nacht die Indigenas)

 

Die Mitternachtsmette in der Kathedrale wollten wir uns natuerlich auch kurz anschauen, allerdings hat man sich hier eher gefuehlt als waere draussen Krieg und man hat seine Zuflucht in der Kirche gefunden, da das Kirchenportal offen blieb und der Laerm der Boeller von der Strasse hereindrang. Auch mal interessant. Danach haben wir dann einfach noch ein bisschen Party gemacht. Es war witzig, aber nicht weihnachtlich.

 

 

(Unsere Weihnachtscrew: von links: Katha, Matthias, die Geschwister Saskia und Robby, Basti)

 

 

 

Zwischen Weihnachten und Silvester wollten wir dann endlich zum Machupicchu. Allerdings wollten wir weder mit dem voellig ueberteuerten Zug fahren (73,- Dollar pro Person, was hier wirklich extrem viel ist. Noch dazu bleibt das Geld nichtmal in Peru, sondern fliesst komplett nach Chile, da die Chilenen die Eisenbahn gekauft haben), noch den supertouristischen und auch ueberteuerten Inkatrail machen.

Wir haben von einer alternativen Route gehoert, bei der man ebenfalls ein kleines Stueck auf einer alten Inkastrasse geht und immer wieder durch kleine Doerfer kommt. Normalerweise wird der Trek auf Nachfrage als Tour in den diversen Travel-Agencies angeboten und auch der Pepe (Guide vom Choquequirao mit dem wir uns inzwischen ganz gut angefreundet haben) hat ihn uns angeboten. Da wir inzwischen aber relativ fit sind, mit unserem spanisch gut durchkommen und man auf diesem Trek immer wieder in Doerfern vorbeikommt, beschlossen wir diese Tour jetzt mal auf eigene Faust zu probieren. Wir sind also zum Pepe, um ihm Bescheid zu sagen, der uns dann noch eine Wegbeschreibung gegeben hat und uns mit Campingutensilien ausgeruestet hat. Im Gegenzug sollten wir bei der Ehefrau, Sofia, eines Freundes der gerade bei Ihm ist vorbeischauen und einen Brief bei ihr abgeben, auf dem steht, dass ihr Mann in Cusco ist. Wir sollten Mangos, Honig, Geld und wenns geht auch gleich noch die Sofia auf dem Rueckweg mitbringen. Es wurde mal wieder Zeit fuer Abenteuer.

 

Und so ging es los, mit einer Camioneta (Auto in das etwa 8 Leute passen) zu unserem Ausgangsdorf Santa Maria. Das Problem ist, dass die Camionetas erst fahren, wenn sie voll sind. Eigentlich sollte es um 18 Uhr losgehen, um 19 Uhr wurden wir dann in eine andere Camioneta verfrachtet, sodass es endlich losgehen konnte. Beim rueckwaerts ausparken ist unser Fahrer aber gleichmal einem anderen reingefahren und es gab einen Streit zwischen den Fahrern woraufhin unserer einfach davon gefahren ist, dann aber von dem anderen wieder ueberholt wurde und an der naechsten Polizeikontrolle wurden wir angehalten: Der andere Fahrer hat uns angeschwaerzt und unser Fahrer hat Anschiss und einen Strafzettel bekommen. Irgendwann um 24 Uhr wurden wir dann als einzige in Santa Maria rausgeschmissen und da standen wir nun in einem kleinen Urwaldkaff ganz allein auf einer dunklen Strasse und alles hatte zu. Wir haben dann doch noch ein Hostal gefunden und am naechsten Tag begann die grosse Wanderung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                     (Das erste Dorf in dem wir vorbeikamen)

 

 

 

 

 

 

Bei diesem Mann, der versucht den wenigen Touristen, die vorbeikommen etwas zu trinken oder Kaffee von seiner Plantage zu verkaufen trafen wir auf possierliche Tierchen:

 

 

 

(Der kleine war so zutraulich, dass er nachdem er auf meinen Schoss gehuepft ist auch sofort da eingeschlafen ist und nur schwer wieder zu wecken war)

 

 

 

Auf dem weiteren Weg trafen wir auch auf Riesenwuermer:

 

(Als Groessenvergleich die Tasche von unserer Kamera)

 

 

 

Wir hatten einen tollen Ausblick:

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind auf alten Inkawegen gewandert:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Seht ihr den Basti?)

 

 

 

und sind wieder an Massen von ueppig behangenen Mango-Baeumen vorbeigekommen, deren suesse Fruechte wir immer mal wieder gekostet haben:

 

 

 

 

 

Alles lief prima - bis wir zu dieser Bruecke kamen:

 

 

 

 

 

Die Balken waren zum Teil angebrochen

 

 

 

immer wieder fehlten Bretter, alles war morsch und die Bruecke auch  noch ziemlich lang. Wir sind ja schon ueber viele notduerftig zusammengeflickte Haengebruecken gegangen, aber immerhin waren die geflickt, im Gegensatz zu dieser hier, die einfach nur vor sich hinzurotten schien. Zudem war sie auch noch ziemlich lang und der Fluss untendrunter ziemlich reissend.

Wir waren uns nicht sicher, ob wir hier richtig sind und hatten echt Schiss hier rueber zu gehen. Also beschlossen wir die halbe Stunde Fussmarsch zurueck zur naechsten bewohnten Huette auf uns zu nehmen und nachzufragen, ob es auch einen anderen Weg gibt. Hier wurde uns dann aber gesagt, dass das der einzige Weg ist und die Bruecke im uebrigen voellig in Ordnung sei. Also sind wir alles wieder zurueckgelaufen und todesmutig und mit mulmigem Gefuehl ueber die Bruecke gegangen und tatsaechlich heil auf der anderen Seite angekommen, auch wenn der Weg eine Ewigkeit zu dauern schien.

 

Dafuer wurden wir auf der anderen Seite dann mit einem witzigen Wald aus Riesenschachtelhalmen belohnt

 

 

 

 

 

und nach insgesamt 8 Stunden Wanderung sind wir endlich bei unserer ersten Station angekommen:

 

 Die Aquas thermales in der Naehe von Santa Teresa. Hier konnten wir unser Zelt aufschlagen und in dem warmen Wasser in der Nacht den Sternenhimmel bestaunen.

 

 

 

Am naechsten Tag ging es dann mit einem Colectivo (im Grunde das gleiche wie eine Camioneta. Etwa so gross wie ein VW-Bus) nach Hidroelectrica, wo wir nach besagter Sofia suchten, die allerdings nicht da war. So beschlossen wir, es auf dem Rueckweg noch einmal zu versuchen und setzten unseren Weg fort, der von nun an immer an den Bahngleisen entlang bis zum naechsten Dorf bei Machupicchu, Aquas Calientes, fuehrte. Es gibt dorthin weder eine Strasse noch einen anderen Weg.

 

(Avocado-Baeume gibts hier auch immer mal wieder. Lecker)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Der Zug hupt zum Glueck immer kraeftig, wenn er kommt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zugstrecke fuehrt mitten durch den Dschungel, vorbei an bunten Blumen, Lianen etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Das hier ist uebrigens eine gut getarnte Riesenraupe)

 

 

 

Kolibris gibt es hier in Peru ueberall ganz viele, aber der hier hat sich auch endlich mal fotografieren lassen:

 

 

 

 

 

Nach einer Nacht in Aquas Calientes, das eigentlich nur aus Hotels, Restaurants und Souvenirlaeden besteht, ging es dann am naechsten Morgen um 5.30 Uhr auf zum Machupicchu. Einlass ist ab 6 Uhr und man will ja vor den grossen Touristenstroemen da sein. Dennoch waren wir bei weitem nicht die ersten:

 

 

 

 

Trotzdem waren wir frueh da und Nebensaison ist auch, sodass sich die Touristenmassen noch in Grenzen gehalten haben. Und der wahrhaft atemberaubende Blick, der sich einem vom ersten Aussichtspunkt bietet verliert auch durch noch so viele Menschen nicht seinen Zauber. Zumal sich in den Morgenstunden langsam der Nebel lichtet und ich mal wieder meine heissgeliebte mystische Stimmung bekam. Die spektakulaere Lage ist einfach nicht zu toppen:

 

 

(Mit ein wenig Phantasie ergibt sich aus den Bergen hinten uebrigens ein waagrecht liegender Kopf. Die grosse Spitze rechts ist die Nase, die kleine Spitze links das Kinn)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Faszinierend ist auch, wie die Inkas immer wieder bereits bestehende Felsbloecke in ihre Architektur eingebunden haben:

 

                     (Im Stein unten ist das Mausoleum der Koenige, obendrauf ist der Sonnentempel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was Machupicchu genau war, weiss man immer noch nicht. Sommerresidenz der Inkaherrscher, Fluchtburg der Sonnenjungfrauen, Stadt der Magier, eine Inka-Universitaet, eine Festung gegen wilde Amazonasstaemme oder alles zusammen????

Machupicchu ist nachweislich auf megalithischen Grundmauern einer viel aelteren Kultur erbaut worden. Fakt ist folgendes:

1. Die Lage ist genial gewaehlt fuer eine Schutzburg und Festung und bestens geeignet zur Verteidigung und Kontrolle des gesamten Tales. Hier wurde eindeutig etwas geschuetzt

2. Die Stadt wurde an einem strategischen Punkt errichtet

3. Sie wurde festungsartig mit maechtigen Mauern geschuetzt. Jedes einzelne Viertel liess sich mit Steinbloecken verriegeln und verteidigen

4. Machupicchu war keine isolierte Anlage, da alle Inkawege sternfoermig auf sie zuliefen

5. Machupicchu war so gut wie autark. Die Bevoelkerung konnte sich ueber die haengenden Gaerten selbst versorgen. Eine Wasserleitung fuehrt durch die Stadt

6. Machupicchu beherbergte eine sehr hohe Anzahl (75%) von weiblichen Mumien

7. Die Stadt ist voll mit Symbolen der Inka-Religion und ist Bezugszentrum einer heiligen oder religioesen Geographie

8. Sie ist ein Ort mit unzaehligen architektonischen und natuerlichen Besonderheiten, die auf die Sonnenwenden bzw. die Tag- und Nachtgeiche sowie Stellung von Sternen einen Bezug haben

9. Machupicchu war eine expandierende Anlage. Teile sind unvollendet und Gebaeude befanden sich im Baubeginn.

 

Ansonsten weiss man nichts Gesichtertes ueber Machupicchu.

 

 

Achja, auf dem Rueckweg haben wir dann noch besagte Sofia angetroffen. Sie hat uns 10 Soles (ca. 2,50 Euro) fuer ihren Mann mitgegeben und die Botschaft, dass sie am 5. Januar nach Cusco kommt. Honig haben wir keinen bekommen, dafuer haben wir in Santa Maria dann noch 50 Mangos fuer 5 Soles (ca. 1,25 Euro) gekauft und 5 gabs dann noch umsonst obendrauf.

 

 

 

Von Santa Maria nach Cusco sind wir dann wieder mit der Camioneta gefahren. Allerdings gab es kurz vor uns einen Erdrutsch, sodass wir 2 Stunden warten mussten bis die Bagger alles einigermassen platt gemacht und die grossen Brocken weggeraeumt hatten. Ab und zu kam noch was nach. Wir standen relativ weit vorne um bei den Arbeiten zuzusehen, als die Leute, die weiter hinten standen ploetzlich anfingen zu rufen und vorne alle anfingen zu rennen (wir natuerlich auch) und kurz darauf polterte ein